Vom 12. bis 14. Juni 2026 tagte die Versammlung der Dachverbände der Jugendbeteiligungsgremien in Heidelberg. Im Mittelpunkt der Tagung standen die inhaltliche Ausrichtung der Bundeskonferenz, mehrere Satzungsänderungen sowie die Weiterentwicklung des Jahresprojekts 2026.
Die Versammlung setzt sich aus jeweils fünf Delegierten der Mitgliedsverbände sowie dem Bundesvorstand zusammen und dient insbesondere der Vernetzung und dem Austausch zwischen den Landesverbänden. Zu Beginn der Tagung wurden die Länderberichte vorgestellt, aktuelle Entwicklungen besprochen und Fragen der Verbandsarbeit diskutiert. Einen besonderen Stellenwert nahm dabei der Austausch von Best-Practice-Beispielen ein. Beispielsweise präsentierte der Niedersächsische Dachverband der Kinder- und Jugendbeteiligungsgremien seine „Beteiligungsbox“, einen Leitfaden zur Unterstützung kommunaler Kinder- und Jugendgremien. Zudem stellte der Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg seinen „Jugendempfang“ vor, der dem Austausch zwischen engagierten jungen Menschen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik dient. Der gegenseitige Erfahrungsaustausch ermöglicht es den Landesverbänden, erfolgreiche Projekte kennenzulernen und Anregungen für die eigene Arbeit zu gewinnen.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Versammlung war die Diskussion über eine mögliche Altersbegrenzung für soziale Medien. Grundlage bildete der vom Bundesvorstand erarbeitete Entwurf einer Stellungnahme, der im Vorfeld mit der Steuerungsgruppe abgestimmt wurde. Nach der ersten Lesung erhielten die Delegierten einen fachlichen Input zur Funktionsweise sozialer Medien, zu algorithmischen Empfehlungssystemen und zu den damit verbundenen Risiken. Im anschließenden Austausch bestand Einigkeit darüber, dass eine pauschale Altersbegrenzung junge Menschen von digitalen Beteiligungs- und Diskussionsräumen ausschließen würde. Stattdessen sprach sich die Versammlung für eine Stärkung der Medienkompetenz aller Altersgruppen sowie für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Plattformen aus.
Darüber hinaus befasste sich die Versammlung mit weiteren inhaltlichen und strukturellen Anträgen. Diskutiert wurden unter anderem Positionierungen der Landesverbände zur Bedarfswehrpflicht sowie zur Förderung von Jugendbeteiligung. Die behandelten Anträge wurden beraten und teilweise zur weiteren Ausarbeitung an den Bundesvorstand überwiesen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Jahresprojekt 2026 unter dem Titel „BUKO – Beteiligen, Unterstützen, Kreieren und Organisieren“. Ziel des Projekts ist es, kommunale Kinder- und Jugendgremien sowie die Landesverbände durch praxisorientierte Fortbildungsangebote zu stärken. Hierfür entwickeln die Landesverbände gemeinsam mit dem Bundesvorstand Workshops zu Themen wie Finanzierung, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, politischem Networking und Verbandsentwicklung. Das Projekt verfolgt das Ziel, vorhandenes Wissen systematisch aufzubereiten und den kommunalen Jugendgremien als Unterstützung für ihre Arbeit vor Ort zur Verfügung zu stellen.
Im Rahmen der Tagung wurden bereits erste Inhalte des Workshops „Netzwerkbildung in Jugendgremien“ erprobt. Gemeinsam analysierten die Teilnehmenden bestehende Netzwerke und ihre Bedeutung für das Engagement junger Menschen. Zu jedem Workshop entsteht ergänzend ein Informationspapier, das den Landesverbänden zur Verfügung gestellt wird. Diese können die Materialien anschließend für ihre eigene Bildungsarbeit nutzen und an kommunale Kinder- und Jugendgremien weitergeben.
